Hacker-Angriff auf Düsseldorfer Universitätsklinikum gefährdet immer mehr Patienten

Veröffentlicht: 15. September 2020

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Hacker-Angriff auf Düsseldorfer Universitätsklinikum gefährdet immer mehr Patienten

Das Versagen der Informationstechnologie am Düsseldorfer Universitätsklinikum hat für immer mehr Patienten schwerwiegende Folgen. Experten gehen von einem Hackerangriff aus.

Mit dem anhaltenden Ausfall des IT-Systems des Universitätsklinikums Düsseldorf nach einem angeblichen Hackerangriff wächst die Zahl der betroffenen Patienten täglich. Statt der üblichen 1000 Patienten in Krankenhausbehandlung seien jetzt nur noch etwa 550 Patienten im Krankenhaus, sagte ein Sprecher der Klinik am Dienstag gegenüber der dpa.

Die Zahl der Operationen im Düsseldorfer Universitätsklinikum ist deutlich gesunken, von normalen 70 bis 120 pro Tag auf nur noch 10 bis maximal 15. Der Sprecher forderte die Patienten außerhalb des Krankenhauses auf, sich zunächst mit der Klinik in Verbindung zu setzen und ihre Termine zu klären. Einzelne Geräte, wie z.B. das Röntgengerät, funktionierten, aber es konnten keine Daten oder Testergebnisse in das Computernetzwerk eingegeben und verarbeitet werden.

Normaler Betrieb ist nicht möglich

"Ein normaler Betrieb ist noch nicht möglich", beschrieb der Referent. Nach dem seit Donnerstag aufgetretenen Computerausfall wurde ein kleines Computersystem ohne ein ausgedehntes Netzwerk installiert, das zumindest die Aufzeichnung von Patientendaten ermöglicht. "Dies ist ein besserer Schritt, als mit einem Stift auf Papier zu arbeiten". Er sagte, die Hauptsorge gelte den Patienten, aber das Versagen der Informationstechnologie mit ihren vielen Stornierungen habe auch wirtschaftliche Folgen für das Universitätsklinikum.

Das Computersystem des Universitätsklinikums war am Donnerstag gegen 3:00 Uhr morgens ausgefallen. Seit Tagen fahren die Krankenwagen nicht mehr zu den großen Einrichtungen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, sondern zu anderen Krankenhäusern. Nach bisherigen Angaben werden am Universitätsklinikum Düsseldorf jährlich mehr als 50.000 Patienten stationär und etwa 300.000 Patienten ambulant behandelt. Gemessen an der Zahl der Betten ist es das siebtgrößte Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen.

Verdacht auf Computersabotage

In der Zwischenzeit werden die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Hackerangriff unter Einbeziehung von Experten fortgesetzt. "Wir vermuten Computersabotage", sagte Staatsanwalt Christoph Hebbecker von der Kölner Zentralstelle für Cyberkriminalität. Gegen unbekannte Personen wird ein Vorverfahren geführt. Die Landeszentrale Nordrhein-Westfalen will jedoch aus ermittlungstechnischen Gründen keine Angaben machen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist auch am Fall des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) beteiligt, das aufgrund seiner Größe Teil der so genannten kritischen Infrastruktur ist. "Das BSI wurde von der UKD schnell informiert", sagte ein BSI-Sprecher.

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